﻿<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Zur Schöpfungsgeschichte des Michael Heinrich</title>
	<atom:link href="http://www.proletarische-briefe.de/?feed=rss2&#038;p=120" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.proletarische-briefe.de/?p=120</link>
	<description></description>
	<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 06:21:32 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.6.3</generator>
		<item>
		<title>Von: Matze Schmidt</title>
		<link>http://www.proletarische-briefe.de/?p=120#comment-15</link>
		<dc:creator>Matze Schmidt</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 17:26:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.proletarische-briefe.de/2/?p=120#comment-15</guid>
		<description>Hallo, und danke fuer den Artikel. Verschiedene Filme fallen mir ein, die den Verkennungszusammenhang der Zirkulation von Waren und Geld (siehe oben u.a. Fussnote 13) 'beleuchten' oder besser zerleuchten: _American Madness_ auch bekannt unter den dt. Titeln _Der Tag an dem die Bank gestuermt wurde_ und _Bankkrach in Amerika_ (USA, 1932), bei dem Frank Capra Regie fuehrte, ist ein Hohelied auf das gute Kapital im Schatten von 1929, das, wenn es nur immer stetig flieszt und von aufrechten Verteidigern beschuetzt wird, die ehrliche Marktwirtschaft aus der von Gaunern kurzzeitig korrumpierten Finanzwelt heraus rettet. Kleine Systemfehler werden nebenbei beseitigt. _Let's make MONEY_ von Erwin Wagenhofer, aktuell aus d. Jahr 2008, reduziert die Sicht vollends auf das Casino der Geldware und wird als "Plaedoyer fuer die Regulierung der Finanzindustrie" gepriesen. Der Klassiker _Spiel mir das Lied vom Tod_ behandelt uebrigens die i.d. Werttheorie vermisste Materialitaet in den Verhaeltnissen sozusagen trefflich: Bei der sog. Erschliessung des Amerikanischen Westens haelt Kapitalist Morton seine Dollars in der Schublade fuer das weltbewegende Werkzeug und die Waffe schlechthin, was er dem von ihm angeheuerten Killer Frank dozierend erklaert. Spaeter muss er sich aber, von toedlichen Revolverschuessen getroffen, von eben jenem Frank 'belehren' lassen indem der ihn (Morton) verrecken laesst. Zugegebenermaszen eine Verschiebung der Problematik in den Western und das Toeten, in den Film, aber strukturell interessant. Die Figur Heinrichs wuerde ich ideologisch aber eher in der Szenerie von _American Madness_ ansiedeln. Er spielte darin jedoch nicht den kleineren Bankangestellten, der mit allen Chancen zum Aufstieg ausgestattet, den bescheidenen Retter seines verleumdeten Direktors gibt (der hilft kleinen Leuten mit Krediten, was die Anteilseigner der Bank nicht verstehen) und treu an die Solidaritaet der Kapitalistenklasse glaubt. In diesem vermeintlichen Film ueber die Krise - natuerl. mit Happy Ending fuer das gute Geld guter Leute, die ehrlich ihr Geld verdienen und es sich gegenseitig leihen, indem sie es auf die Bank einzahlen - kann es ein solchen linken Kritiker gar nicht geben. Es sei denn als Zuschauer, der sich mit dem Unvermeidlichen abfindend, sehen will oder vielmehr sehen soll, wie das Kriminelle dem Geldfluss auszutreiben waere. In diesem "Wahnsinn", in pathologisierender Absetzung zum Finanzkapital, ist Geld das Oel fuer den Motor, aber der Motor bleibt unsichtbar, so dass das Oel als antreibendes Moment uebrig bleibt. Wohlgemerkt, Arbeit als Wertsetzung wird hier strukturell nicht entfernt, sie bleibt im impliziten Bild der im Film und im Publikum adressierten kleinen Leute wage vorhanden, aber sie wird im Plot ausgelassen. Damit ist die Verschleierung nicht ganz ungeschickt. Die Eigenwahrnehmung des Zuschauers wird sozusagen gepolt, die Verhaeltnisse werden klassenlos. Dieser Film zur monetaeren Werttheorie behandelt aber gar nicht nicht die Wirtschaftskrise, schon gar nicht die Krise des Kapitals. Er behandelt die Erklaerungsnot zur Krise d. Kapitalismus und bietet als Loesung den jedem bekannten aber als Schein unentzifferten Komplex an aus Staat (Polizei und Ordnungskraefte schuetzen Geldtransporte), seiner monetaristischen Oberflaeche (Banken regeln alles mit Geld), gegen die Mafia (Der Regulationsprozess der Bank wird wegen Spielschulden bestohlen) und den Exzess der Spekulanten (guter Direktor, boese Aktionaere).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, und danke fuer den Artikel. Verschiedene Filme fallen mir ein, die den Verkennungszusammenhang der Zirkulation von Waren und Geld (siehe oben u.a. Fussnote 13) &#8216;beleuchten&#8217; oder besser zerleuchten: _American Madness_ auch bekannt unter den dt. Titeln _Der Tag an dem die Bank gestuermt wurde_ und _Bankkrach in Amerika_ (USA, 1932), bei dem Frank Capra Regie fuehrte, ist ein Hohelied auf das gute Kapital im Schatten von 1929, das, wenn es nur immer stetig flieszt und von aufrechten Verteidigern beschuetzt wird, die ehrliche Marktwirtschaft aus der von Gaunern kurzzeitig korrumpierten Finanzwelt heraus rettet. Kleine Systemfehler werden nebenbei beseitigt. _Let&#8217;s make MONEY_ von Erwin Wagenhofer, aktuell aus d. Jahr 2008, reduziert die Sicht vollends auf das Casino der Geldware und wird als &#8220;Plaedoyer fuer die Regulierung der Finanzindustrie&#8221; gepriesen. Der Klassiker _Spiel mir das Lied vom Tod_ behandelt uebrigens die i.d. Werttheorie vermisste Materialitaet in den Verhaeltnissen sozusagen trefflich: Bei der sog. Erschliessung des Amerikanischen Westens haelt Kapitalist Morton seine Dollars in der Schublade fuer das weltbewegende Werkzeug und die Waffe schlechthin, was er dem von ihm angeheuerten Killer Frank dozierend erklaert. Spaeter muss er sich aber, von toedlichen Revolverschuessen getroffen, von eben jenem Frank &#8216;belehren&#8217; lassen indem der ihn (Morton) verrecken laesst. Zugegebenermaszen eine Verschiebung der Problematik in den Western und das Toeten, in den Film, aber strukturell interessant. Die Figur Heinrichs wuerde ich ideologisch aber eher in der Szenerie von _American Madness_ ansiedeln. Er spielte darin jedoch nicht den kleineren Bankangestellten, der mit allen Chancen zum Aufstieg ausgestattet, den bescheidenen Retter seines verleumdeten Direktors gibt (der hilft kleinen Leuten mit Krediten, was die Anteilseigner der Bank nicht verstehen) und treu an die Solidaritaet der Kapitalistenklasse glaubt. In diesem vermeintlichen Film ueber die Krise - natuerl. mit Happy Ending fuer das gute Geld guter Leute, die ehrlich ihr Geld verdienen und es sich gegenseitig leihen, indem sie es auf die Bank einzahlen - kann es ein solchen linken Kritiker gar nicht geben. Es sei denn als Zuschauer, der sich mit dem Unvermeidlichen abfindend, sehen will oder vielmehr sehen soll, wie das Kriminelle dem Geldfluss auszutreiben waere. In diesem &#8220;Wahnsinn&#8221;, in pathologisierender Absetzung zum Finanzkapital, ist Geld das Oel fuer den Motor, aber der Motor bleibt unsichtbar, so dass das Oel als antreibendes Moment uebrig bleibt. Wohlgemerkt, Arbeit als Wertsetzung wird hier strukturell nicht entfernt, sie bleibt im impliziten Bild der im Film und im Publikum adressierten kleinen Leute wage vorhanden, aber sie wird im Plot ausgelassen. Damit ist die Verschleierung nicht ganz ungeschickt. Die Eigenwahrnehmung des Zuschauers wird sozusagen gepolt, die Verhaeltnisse werden klassenlos. Dieser Film zur monetaeren Werttheorie behandelt aber gar nicht nicht die Wirtschaftskrise, schon gar nicht die Krise des Kapitals. Er behandelt die Erklaerungsnot zur Krise d. Kapitalismus und bietet als Loesung den jedem bekannten aber als Schein unentzifferten Komplex an aus Staat (Polizei und Ordnungskraefte schuetzen Geldtransporte), seiner monetaristischen Oberflaeche (Banken regeln alles mit Geld), gegen die Mafia (Der Regulationsprozess der Bank wird wegen Spielschulden bestohlen) und den Exzess der Spekulanten (guter Direktor, boese Aktionaere).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
