Vor einem neuen Kondratieff? Über den Zusammenhang von New Economy und langer Welle der Konjunktur
Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien haben die Wirtschafts- und Finanzwelt zeitweise in eine euphorische Stimmung versetzt. Die Unternehmer, die auf der neuen technologischen Grundlage ihre Geschäfte planen, hoffen auf dauerhaft hohe Profite, die entsprechenden Finanziers auf profitable Kreditgeschäfte, die Börsianer auf Traumrenditen und die Politiker auf hohe Staatseinnahmen.
Als zusammenfassender Ausdruck für solche Hoffnungen hat sich zuerst in Amerika inzwischen aber auch in Europa die Bezeichnung “New Economy” durchgesetzt.
Allgemein wird darunter eine Wirtschaftsweise verstanden, die sich bei hohem Produktivitätswachstum und niedrigen Inflationsraten dynamisch und stetig aufwärts entwickelt. Keine lästigen Krisen mehr soll es geben, die bislang in regelmäßigen Abständen allen Vertretern des Kapitals, den Industriellen wie den Geldgebern durch Entwertung ihrer Vermögen Angst und Schrecken eingejagt hatten.
Was ist dran an solchen hochgesteckten Erwartungen? Schaffen die neuen Technologien wirklich ein “goldenes Zeitalter” oder handelt es sich dabei lediglich um einen neuen Kondratieff, um eine ansteigende lange Welle der Konjunktur, der demnächst ein langwelliger Rückschlag folgen wird?