Archiv für Februar 2005

Eine andere Welt ist nötig: Wie könnte sie aussehen?

von Guenther Sandleben

Eine andere Welt ist möglich und sie ist nötig. Die Widersprüche haben sich derart zugespitzt, dass die breite Masse der Bevölkerung einen grundlegenden Wandel herbeiführen muss, will sie nicht inmitten des Reichtums, der noch nie so groß war wie heute, weiter verelenden. Derzeit beinhaltet jede Reform einen sozialen Rückschritt: Sie mehrt die Not, obwohl die Quellen des Reichtums von Jahr zu Jahr ergiebiger sprudeln. Statt die Früchte ihres Reichtums zu genießen, werden die Menschen gezwungen, länger und intensiver bei weniger Lohn zu arbeiten. Die Peitsche, die den modernen Lohnsklaven antreibt, besteht nicht nur im unmittelbaren Zwang, der im Betrieb durch Vorgesetzte vermittelt wird, sondern auch in der Angst, arbeitslos zu werden. Die Sorge, sozial abzustürzen, ist allgegenwärtig.

Die Arbeitslosigkeit wirklich zu mindern, kann deshalb kein ernsthaftes Ziel einer Regierung sein. Heuchelei auch hier. Denn die “Reformen” bewirken das Gegenteil: Verlängerung der Arbeitszeit, Verschiebung des Renteneintrittsalters und die verschärfte Arbeitshitze erhöhen bei gleicher Arbeitsmenge die Arbeitslosigkeit. Zudem geraten die Beschäftigten um so mehr unter Druck, je schlechter es den Arbeitslosen geht, die dann in ihrer Not bereit sind, jede Arbeit selbst zum niedrigsten Lohn anzunehmen. Die politischen “Reformen” haben System: Sie steigern den Profit durch Verelendung derjenigen, die den Reichtum produzieren. Dies ist das Motte einer kapitalistischen Ökonomie.

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