Archiv für März 2005

Multitude im Empire: Befreiung als Ideologie – Kritik der Befreiungsphilosophie von Michael Hardt und Antonio Negri

von Guenther Sandleben

Zwei „affektiv“ arbeitende Professoren, Michael Hardt, amerikanischer Literaturprofessor an der Duke Universität und Antonio Negri, ein politischer Philosoph aus Italien, machen den Unterdrückten und Ausgebeuteten eine Reihe netter Komplemente: Eure Kämpfe, sagen sie, waren erfolgreich, denn die Sache, für die ihr eintratet, hat sich trotz eurer Niederlagen durchgesetzt, wenngleich unter anderem Namen. Die Entstehung des heutigen Empire ist eine Antwort auf den „proletarischen Internationalismus“.

Natürlich habt auch ihr etwas davon. Zwar unterwirft das Empire euch unter seine Herrschaft, hat seine Macht in eure Herzen und Körper gepflanzt und eine „Kontrollgesellschaft“ errichtet, beutet euch in seinen Netzwerken aus, jedoch im Vergleich zum früheren Imperialismus ist diese globale Macht ein Fortschritt, indem sie neue Bedingungen der Befreiung schafft.

Durch eure einstigen Kämpfe habt ihr dazu beigetragen, dass sich die Arbeitswelt grundlegend wandelt. Ihr seid keine lohnabhängigen Fabrikarbeiter mehr sondern stattdessen selbständige, flexible und kreative Dienstleister, Multitudes, wie ich euch nennen werde. Ihr verrichtet immaterielle Arbeit mit der Besonderheit, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln technisch keine Rolle mehr spielt. Ihr seid ökonomisch bereits emanzipiert und müsst nur noch die politische Befreiung, eine „globale Demokratie“, durchsetzen.

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