Archiv für August 2007

„Sozialismus des 21. Jahrhunderts“: Mehr Schein als Sein - Über den bürgerlichen Gehalt in der aktuellen Sozialismusdebatte

von Guenther Sandleben

Zusammenfassung: In der aktuellen Sozialismusdebatte gibt es zwei Richtungen. Der Sozialismus, den Crome und andere, darunter Michael/André Brie und Oskar Lafontaine für das 21. Jahrhundert vorsehen, erweist sich als Blendwerk; er ist nur ein historisch verklärter Kapitalismus, eine Illusion über die Vergangenheit, die in ein Zukunftsmodell umgesetzt wird. Ein solcher Sozialismus ist seiner Natur nach bürgerlich.

Im Gegensatz dazu nimmt der Verteilungssozialismus (Cockshott, Cottrell, Dieterich, Peters, Hoss) die Umwälzung der gegebenen Produktions- und Distributionsverhältnisse ins Visier. Allerdings zeigt sich auch, dass selbst dieser Sozialismus die Entfremdung des Menschen nur verkleinert, nicht aber abzuschaffen vermag. Sein Dogma von der Unverzichtbarkeit des Wert- und Geldbegriffs ist keineswegs nur ein theoretischer Irrtum. Es kennzeichnet einen Sozialismus, der in der bürgerlichen Welt stecken geblieben ist und den nicht überwundenen Teil dieser bürgerlichen Welt als historisch nicht zu beseitigende, ewig gültige gesellschaftliche Form deklariert. Im verbliebenen Wert- und Geldbegriff drückt sich eine noch entfremdete Arbeit aus, die sich wegen der Fortexistenz einer gewissen Art von Privateigentum ihre sachlichen Produktivkräfte noch nicht unmittelbar aneignen kann.

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