Artikel mit dem Schlagwort ‘Cottrell’

Sozialismus des 21. Jahrhunderts: Eine Diskussion zwischen Paul Cockshott und Guenther Sandleben

Guenther Sandleben

Ausgangspunkt der Diskussion ist einerseits das Buch Towards a New Socialism (deutsch: Alternativen aus dem Rechner. Für sozialistische Planung und direkte Demokratie, PapyRossa Verlag 2006), verfasst von den beiden schottischen Sozialisten W. Paul Cockshott und Allin Cottrell und andererseits der Artikel von Guenther Sandleben, „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“: Mehr Schein als Sein - Über den bürgerlichen Gehalt in der aktuellen Sozialismusdebatte, erschienen in den Proletarischen Briefen.

Die nachfolgende Diskussion dreht sich zum einen um die Frage, inwieweit das Geld und der dem Geld zugrunde liegende Wert- und Preisbegriff im Sozialismus noch eine Berechtigung haben und zum anderen, ob der Sozialismus nicht mehr bedeutet als die bloße Beseitigung der Ausbeutung durch eine neue Verteilung der Arbeit an andere Personen, ob er nicht vielmehr eine völlig andere Aneignungsweise der Produktivkräfte beinhaltet, die zu einer Umwälzung der Arbeitsweise selbst führt.

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„Sozialismus des 21. Jahrhunderts“: Mehr Schein als Sein - Über den bürgerlichen Gehalt in der aktuellen Sozialismusdebatte

von Guenther Sandleben

Zusammenfassung: In der aktuellen Sozialismusdebatte gibt es zwei Richtungen. Der Sozialismus, den Crome und andere, darunter Michael/André Brie und Oskar Lafontaine für das 21. Jahrhundert vorsehen, erweist sich als Blendwerk; er ist nur ein historisch verklärter Kapitalismus, eine Illusion über die Vergangenheit, die in ein Zukunftsmodell umgesetzt wird. Ein solcher Sozialismus ist seiner Natur nach bürgerlich.

Im Gegensatz dazu nimmt der Verteilungssozialismus (Cockshott, Cottrell, Dieterich, Peters, Hoss) die Umwälzung der gegebenen Produktions- und Distributionsverhältnisse ins Visier. Allerdings zeigt sich auch, dass selbst dieser Sozialismus die Entfremdung des Menschen nur verkleinert, nicht aber abzuschaffen vermag. Sein Dogma von der Unverzichtbarkeit des Wert- und Geldbegriffs ist keineswegs nur ein theoretischer Irrtum. Es kennzeichnet einen Sozialismus, der in der bürgerlichen Welt stecken geblieben ist und den nicht überwundenen Teil dieser bürgerlichen Welt als historisch nicht zu beseitigende, ewig gültige gesellschaftliche Form deklariert. Im verbliebenen Wert- und Geldbegriff drückt sich eine noch entfremdete Arbeit aus, die sich wegen der Fortexistenz einer gewissen Art von Privateigentum ihre sachlichen Produktivkräfte noch nicht unmittelbar aneignen kann.

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