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Die Lehre vom finanzmarktgetriebenen Kapitalismus – eine bürgerliche Legende

von Guenther Sandleben

Wer einigermaßen mit der ökonomischen Literatur vertraut ist wird wissen, dass die Vorstellung von der Herrschaft des Finanzkapitals zu einer herrschenden Lehre geworden ist. Die politische Bedeutung dieser Lehre ist nicht zu unterschätzen. Sie ist Sammelpunkt einer diffusen Kapitalismuskritik, die politisch von weit rechts bis hin zu linksorientierten Diskursen reicht. Stephen Bannon z.B., Chefberater von Trump und Ideengeber für die Wende hin zu „America First”, soll ein „scharfer Kritiker des Finanzkapitalismus” sein. Auch viele „Marxisten” teilen noch immer diese Theorie und geben den Versuch nicht auf, sie mit der Kritik der politischen Ökonomie von Marx zu verbinden. Das bisherige Resultat solcher Bemühungen ist nicht nur ein brutaler Eklektizismus, der untauglich ist, die sich vor unseren Augen abspielenden ökonomischen Katastrophen zu begreifen, sondern auch eine völlige Verunstaltung der Marxschen Theorie.

Dies führt zur These, dass die Lehre vom finanzmarktgetriebenen Kapitalismus selbst in den  „marxistischen” Variationen nicht über das theoretische Feld bürgerlicher Argumentationsweisen hinausgekommen ist. Sie hat mit der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie nur insofern etwas zu tun, als sie diese in apologetischer Absicht bürgerlich uminterpretiert und dabei verfälscht. Unter falscher Flagge wird gesegelt. Solche Fälschungsversionen bilden Blockaden in der Aneignung der Kritik der politischen Ökonomie und eines kritischen Verständnisses des Bestehenden. Dagegen richtet sich der folgende Artikel, der ganz dem Motto folgt:

„Vergesst die Marxisten, lest Marx! Denn der ist modern.”

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