Artikel mit dem Schlagwort ‘Klassen’

Wo bleibt die Opposition?

von Guenther Sandleben

Generalstreiks in Griechenland und Italien, Dauerrevolte in Athen – wo bleibt der Widerstand in Deutschland?

Unter dem Druck der Krise haben alle Klassen und Parteien eine merkwürdige Allianz gebildet. Klassenunterschiede und Gegensätze scheinen auf einmal nicht mehr zu existieren. Wo bleibt die Opposition?

Alle sitzen am „Tisch der gesellschaftlichen Vernunft“, einer Vernunft, die ganz der kapitalistischen Logik folgt. Subsumiert unter dieser Vernunft sitzen sie dort ähnlich vereint wie einst unter Karl Schiller, der ab Februar 1967 die „konzertierte Aktien“ als Burgfriedenspolitik zur Beseitigung der bis dahin schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit einsetzte. In der heutigen, weitaus schwereren Wirtschaftskrise reicht das gemeinsame Ziel weiter: Wie lassen sich Finanzkrise und Konjunktureinbruch so abfedern, dass ein Zusammenbruch des kapitalistischen Systems verhindert wird.

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Zur Schöpfungsgeschichte des Michael Heinrich

 von Horst Schulz 

Als die katholische Kirche des Mittelalters die Ansichten des Aristoteles nicht mehr verhindern konnte, da hat sie sie theologisiert. Die seit Jahrzehnten beständigen Anstrengungen der bürgerlichen Fachideologen, ihren gefährlichsten Kritiker, Karl Marx, zu verbürgerlichen, also unschädlich zu machen, haben in jüngster Zeit eine besonders grobe Variante hervorgebracht. Dr. Michael Heinrich ist zwar kein richtiger Kirchenvater, aber er hält sich für berufen, die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie von allerlei „Ambivalenzen“ zu befreien, die er dort gefunden zu haben meint, und verbreitet in immer neuen Schriftstücken (1) die „wahre Lehre“  des großen Kritikers. Dabei lässt er keine Gelegenheit aus, sich von den traditionellen Lesarten des „Kapital“ hochmütig abzusetzen, vor allem mit der nicht sehr hellen Behauptung, die herkömmlichen Marx-Anhänger hielten eine falsche Wertlehre für die richtige. Während diese verständnislosen Traditionalisten die Arbeitsmengen als den Inhalt der Warenwerte betrachten, käme nämlich der Inhalt in Wahrheit her von seiner Form. Nicht dem Arbeitsprozess entspringt der Wert nach Heinrich, sondern dem Austausch. Zum Beweis scheut er keine Deutung von Textstellen. Die richtige Wertlehre sei eine Wertformlehre, genauer: eine „monetäre Wertlehre“.

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