Artikel mit dem Schlagwort ‘Kommunismus’

Anmerkungen zum Marxschen Sozialismusbegriff

von Guenther Sandleben

In seiner Kritik des Gothaer Programms unterscheidet Marx nach der „Periode der revolutionären Umwandlung” zwischen einer ersten Phase einer kommunistischen Gesellschaft, die noch etliche „Muttermale der alten Gesellschaft” besitzen würde und wo sich die Verteilung der individuellen Konsumgüter nach der geleisteten Arbeitszeit richte und einer „höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft”, in der die Arbeit „erstes Lebensbedürfnis” geworden sei und wo die Verteilung nach den Bedürfnissen erfolge. Wichtig ist zunächst, dass beide Phasen weder Ware noch Geld kennen, dass also zusammen mit dem Wertgesetz die tiefsten Wurzeln von Kapitalismus und Krise beseitigt sind.

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„Sozialismus des 21. Jahrhunderts“: Mehr Schein als Sein - Über den bürgerlichen Gehalt in der aktuellen Sozialismusdebatte

von Guenther Sandleben

Zusammenfassung: In der aktuellen Sozialismusdebatte gibt es zwei Richtungen. Der Sozialismus, den Crome und andere, darunter Michael/André Brie und Oskar Lafontaine für das 21. Jahrhundert vorsehen, erweist sich als Blendwerk; er ist nur ein historisch verklärter Kapitalismus, eine Illusion über die Vergangenheit, die in ein Zukunftsmodell umgesetzt wird. Ein solcher Sozialismus ist seiner Natur nach bürgerlich.

Im Gegensatz dazu nimmt der Verteilungssozialismus (Cockshott, Cottrell, Dieterich, Peters, Hoss) die Umwälzung der gegebenen Produktions- und Distributionsverhältnisse ins Visier. Allerdings zeigt sich auch, dass selbst dieser Sozialismus die Entfremdung des Menschen nur verkleinert, nicht aber abzuschaffen vermag. Sein Dogma von der Unverzichtbarkeit des Wert- und Geldbegriffs ist keineswegs nur ein theoretischer Irrtum. Es kennzeichnet einen Sozialismus, der in der bürgerlichen Welt stecken geblieben ist und den nicht überwundenen Teil dieser bürgerlichen Welt als historisch nicht zu beseitigende, ewig gültige gesellschaftliche Form deklariert. Im verbliebenen Wert- und Geldbegriff drückt sich eine noch entfremdete Arbeit aus, die sich wegen der Fortexistenz einer gewissen Art von Privateigentum ihre sachlichen Produktivkräfte noch nicht unmittelbar aneignen kann.

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Eine andere Welt ist nötig: Wie könnte sie aussehen?

von Guenther Sandleben

Eine andere Welt ist möglich und sie ist nötig. Die Widersprüche haben sich derart zugespitzt, dass die breite Masse der Bevölkerung einen grundlegenden Wandel herbeiführen muss, will sie nicht inmitten des Reichtums, der noch nie so groß war wie heute, weiter verelenden. Derzeit beinhaltet jede Reform einen sozialen Rückschritt: Sie mehrt die Not, obwohl die Quellen des Reichtums von Jahr zu Jahr ergiebiger sprudeln. Statt die Früchte ihres Reichtums zu genießen, werden die Menschen gezwungen, länger und intensiver bei weniger Lohn zu arbeiten. Die Peitsche, die den modernen Lohnsklaven antreibt, besteht nicht nur im unmittelbaren Zwang, der im Betrieb durch Vorgesetzte vermittelt wird, sondern auch in der Angst, arbeitslos zu werden. Die Sorge, sozial abzustürzen, ist allgegenwärtig.

Die Arbeitslosigkeit wirklich zu mindern, kann deshalb kein ernsthaftes Ziel einer Regierung sein. Heuchelei auch hier. Denn die “Reformen” bewirken das Gegenteil: Verlängerung der Arbeitszeit, Verschiebung des Renteneintrittsalters und die verschärfte Arbeitshitze erhöhen bei gleicher Arbeitsmenge die Arbeitslosigkeit. Zudem geraten die Beschäftigten um so mehr unter Druck, je schlechter es den Arbeitslosen geht, die dann in ihrer Not bereit sind, jede Arbeit selbst zum niedrigsten Lohn anzunehmen. Die politischen “Reformen” haben System: Sie steigern den Profit durch Verelendung derjenigen, die den Reichtum produzieren. Dies ist das Motte einer kapitalistischen Ökonomie.

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