Artikel mit dem Schlagwort ‘Sozialismus’

Anmerkungen zum Marxschen Sozialismusbegriff

von Guenther Sandleben

In seiner Kritik des Gothaer Programms unterscheidet Marx nach der „Periode der revolutionären Umwandlung” zwischen einer ersten Phase einer kommunistischen Gesellschaft, die noch etliche „Muttermale der alten Gesellschaft” besitzen würde und wo sich die Verteilung der individuellen Konsumgüter nach der geleisteten Arbeitszeit richte und einer „höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft”, in der die Arbeit „erstes Lebensbedürfnis” geworden sei und wo die Verteilung nach den Bedürfnissen erfolge. Wichtig ist zunächst, dass beide Phasen weder Ware noch Geld kennen, dass also zusammen mit dem Wertgesetz die tiefsten Wurzeln von Kapitalismus und Krise beseitigt sind.

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Mythos Finanzmarktkrise

von Guenther Sandleben

Die gegenwärtige Krise ist die schwerste seit der Weltwirtschaftskrise von 1929/32 – ihr Ende ist nicht absehbar. Aber sie wird erstaunlich harmlos interpretiert, als Finanzkrise, die nun auf die Realwirtschaft überspringt. Diese Interpretation ist Konsens, im bürgerlichen Lager, aber auch bei einem Großteil der „Linken“.

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Wo bleibt die Opposition?

von Guenther Sandleben

Generalstreiks in Griechenland und Italien, Dauerrevolte in Athen – wo bleibt der Widerstand in Deutschland?

Unter dem Druck der Krise haben alle Klassen und Parteien eine merkwürdige Allianz gebildet. Klassenunterschiede und Gegensätze scheinen auf einmal nicht mehr zu existieren. Wo bleibt die Opposition?

Alle sitzen am „Tisch der gesellschaftlichen Vernunft“, einer Vernunft, die ganz der kapitalistischen Logik folgt. Subsumiert unter dieser Vernunft sitzen sie dort ähnlich vereint wie einst unter Karl Schiller, der ab Februar 1967 die „konzertierte Aktien“ als Burgfriedenspolitik zur Beseitigung der bis dahin schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit einsetzte. In der heutigen, weitaus schwereren Wirtschaftskrise reicht das gemeinsame Ziel weiter: Wie lassen sich Finanzkrise und Konjunktureinbruch so abfedern, dass ein Zusammenbruch des kapitalistischen Systems verhindert wird.

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Multitude im Empire: Befreiung als Ideologie – Kritik der Befreiungsphilosophie von Michael Hardt und Antonio Negri

von Guenther Sandleben

Zwei „affektiv“ arbeitende Professoren, Michael Hardt, amerikanischer Literaturprofessor an der Duke Universität und Antonio Negri, ein politischer Philosoph aus Italien, machen den Unterdrückten und Ausgebeuteten eine Reihe netter Komplemente: Eure Kämpfe, sagen sie, waren erfolgreich, denn die Sache, für die ihr eintratet, hat sich trotz eurer Niederlagen durchgesetzt, wenngleich unter anderem Namen. Die Entstehung des heutigen Empire ist eine Antwort auf den „proletarischen Internationalismus“.

Natürlich habt auch ihr etwas davon. Zwar unterwirft das Empire euch unter seine Herrschaft, hat seine Macht in eure Herzen und Körper gepflanzt und eine „Kontrollgesellschaft“ errichtet, beutet euch in seinen Netzwerken aus, jedoch im Vergleich zum früheren Imperialismus ist diese globale Macht ein Fortschritt, indem sie neue Bedingungen der Befreiung schafft.

Durch eure einstigen Kämpfe habt ihr dazu beigetragen, dass sich die Arbeitswelt grundlegend wandelt. Ihr seid keine lohnabhängigen Fabrikarbeiter mehr sondern stattdessen selbständige, flexible und kreative Dienstleister, Multitudes, wie ich euch nennen werde. Ihr verrichtet immaterielle Arbeit mit der Besonderheit, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln technisch keine Rolle mehr spielt. Ihr seid ökonomisch bereits emanzipiert und müsst nur noch die politische Befreiung, eine „globale Demokratie“, durchsetzen.

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Die Fünf-Stunden-Woche – Argumente für eine andere Gesellschaft. Eine Rezension

Guenther Sandleben

Kritisches Denken hat es heutzutage nicht einfach, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erobern. Da stehen Bataillone von Journalisten, Publizisten, Parteibonzen, Politiker etc. bereit, um den Schmerz und das Elend dieser Welt zu verschweigen oder als naturnotwendig zu rechtfertigen. Geistige Autoritäten werden durch Vergabe von Nobelpreisen, öffentliche Würdigungen, durch besondere Titel und natürlich durch hohe Gehälter mit großem Erfolg aufgebaut, vor denen alles kritische Denken ehrfurchtsvoll zurückweichen soll.

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